🟢Hinter den Kulissen - Teil 2

Es gibt nur einen, der auf die Bühne gehört: Jesus Christus. Und wenn er erscheint, dann ist für alle anderen die Vorstellung vorbei.

Andacht

Während ich über die Frage nach unserer geistlichen Vollmacht nachdenke, erinnere ich mich an ein Erlebnis vor einigen Monaten, dessen Intensität mich bis heute beschäftigt.

Wir saßen wegen einer ernsten Sache mit einem Mitarbeiter zusammen. Während Janneke sprach und ich still daneben saß, hatte ich plötzlich den Eindruck, diesen Menschen mit „anderen Augen“ zu sehen.

Es ist schwer zu beschreiben. Wenn ich diesen Augenblick jetzt noch einmal vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, sehe ich ihn für einen Bruchteil einer Sekunde durch die “Augen der Liebe”. Ich sehe ihn dasitzen, in sich zusammengesunken, mit hängendem Kopf, sein kleines Bäuchlein. Er ist angegriffen und mit Problemen belastet, ein hilfloser Mensch, und ich kann „fühlen“, was die Bibel meint, wenn sie über Jesus sagt: „Es jammerte ihn.“

Als Jesus zur Stadt Nain ging, kam ihm am Stadttor ein Trauerzug entgegen. Der einzige Sohn einer Mutter war gestorben. Als Jesus sie sieht, beschreibt die Bibel das so:

Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: “Weine nicht!”

 Lukas 7,13

Jesus empfindet tiefes Mitleid. Er leidet mit. Das geht über bloßes Mitgefühl hinaus - Mitleid macht das Leid des anderen zu seinem eigenen. Es ist eine aktive, beteiligte Liebe.

Mitleid sieht nicht nur das "Äußere", die sichtbare Manifestation eines inneren Kampfes, sondern den Kampf selbst, die geistliche Ursache des Leids. Und die Ohnmacht des Menschen in diesem Kampf.

Aber ich will es nicht kompliziert machen.

Womöglich hat mir der Herr an diesem Tag für einen Sekundenbruchteil einen Blick durch seine Augen geschenkt. Dieser kurze, intensive Zeitraum beschäftigt mich noch jetzt…

Was bleibt?

Mir ist bewusst: Aus eigener Kraft kann ich einem Menschen in seinen inneren Kämpfen und Anfechtungen nicht wirklich helfen.

Aber ich weiß auch: Jesus kann es. Mit einem einzigen Wort vermag er das Unmögliche - er treibt Dämonen aus, heilt Krankheiten und befreit von jeder Schwachheit. Seine Worte haben diese Macht, weil sie direkt in die geistliche Dimension hineinwirken, dorthin, wo die eigentlichen Ursachen liegen.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich bete zu Jesus, dass er handelt und hilft.

Und vielleicht gibt es noch mehr. Ein Ereignis aus der Apostelgeschichte macht mir Mut, noch weiter zu denken: Nach Jesu Rückkehr zum Vater begegnen seine Jünger einem Gelähmten am Tempeltor und die Bibel beschreibt, was passiert:

Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen von Jesus Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“ Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest.

Apostelgeschichte 3,6-7

Meine Güte, das ist stark!

Was benötigen wir, um als Seine Jünger Ähnliches zu erreichen?

Vielleicht ist neben dem Glauben an Jesus (das KÖNNEN) und der dazugehörigen Liebe (das WOLLEN) noch etwas Anderes nötig: Dass wir den Menschen, dem wir helfen möchten, mit den „Augen der Liebe” sehen können. Dass wir ihn mit Jesu Augen sehen können.

Auch diese “Augen der Liebe” sind ein Geschenk Gottes.

Ich bete dafür, dass wir diesen Blick öfter haben dürfen. Diese besondere Perspektive wirkt tief und segensreich - sowohl für den Betrachtenden als auch den Betrachteten. Das bestätigte sich, als der Mitarbeiter mir später erzählte, er habe am Nachmittag nach unserem Gespräch deutlich gespürt, dass wir für ihn beten. Und ich selbst kehre in Gedanken immer wieder zu diesem kostbaren Moment zurück und erlebe seine Intensität neu.

Weißt du, was ich sagen möchte?

Es gibt diese Momente, in denen wir tatsächlich frei sind, Gottes Wesen durch uns scheinen zu lassen. Es sind noch zu wenige, ich kann sie zählen wie die Perlen an einer Kette.

Jesus möchte uns erfüllen. Sein Wesen soll unser Wesen werden. Er nimmt zu, wir nehmen ab. Die “Augen der Liebe” sind Zeiten, in denen wir ihm tatsächlich gleich sind. Und diese Zeiten sind wunderschön.

Die Apostel hatten diese Augen - und damit die Vollmacht, in Jesu Namen zu handeln. Vielleicht liegt genau hier der Schlüssel zur geistlichen Autorität, nach der wir uns sehnen: dass wir lernen, mit Seinen Augen zu sehen.

Um dann in seinem Namen handeln zu können.

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Hab’ einen gesegneten Tag
Jörg “ist noch viel zu oft auf der Bühne“ Peters