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🟢In Gottes Händen - vom Kampf zur Freiheit

Unsere geistlichen "Kämpfe" sind nicht selten selbstgemacht und unnötig

Andacht

Neulich an einem windigen Tag an der Nordsee:

Kleine Möwen ringen gegen die Sturmböen. Sie schlagen hektisch mit den Flügeln, werden zur Seite gedrückt, flattern aufgeregt, setzen erneut an - ein aufreibender Kampf in ihrem unbedingten Willen, die Brötchentüten der Spaziergänger zu erreichen.

Dann sehe ich sie: Eine große Silbermöwe schwebt majestätisch über dem Getümmel. Ihre ausgebreiteten Schwingen fangen den Wind ein wie ein Segelschiff. Wo die anderen sich abmühen, tanzt sie mit den Böen. Ein leichtes Neigen der Flügel, und der Aufwind trägt sie mühelos empor.

Sie kämpft nicht gegen die Naturgewalt - sie macht sie sich zum Verbündeten.

Dann gleitet sie fast beiläufig zu einer abgelegenen Sitzbank, wo ein überraschter Spaziergänger sein Brötchen fallen lässt. Mission erfüllt - ganz ohne Kampf.

Wie oft gleichen wir Christen den kleinen Möwen! Ein Problem taucht auf - und sofort beginnt das hektische Flattern:

  • Ein Konflikt in der Gemeinde? Wir stürzen uns in endlose Analysen und Strategieplanungen.

  • Die Teenagertochter entfernt sich vom Glauben? Wir verdoppeln unsere Gebete und Ermahnungen.

  • Der Ehepartner zieht sich zurück? Wir kämpfen um Nähe.

Dabei können wir so viel von der Silbermöwe lernen. Sie wurde nicht als Meisterseglerin geboren. Auch sie musste lernen, den Wind zu nutzen, statt gegen ihn zu kämpfen. Genau wie wir lernen müssen, mit dem Heiligen Geist zu "segeln" statt uns in Kämpfen aufzureiben.

Jesus sagt:

Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht, weißt du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Johannes 3,8

Was Jesus hier beschreibt, ist keine passive Mystik. Es ist eine Einladung zur aufmerksamen Beobachtung: Wo weht der Geist Gottes? Welche Türen öffnen sich? Welche schließen sich?

Wer auf seine Bewegungen achtet, entdeckt oft überraschende Wege.

Gerade in der Gemeinde erleben wir das: Der eine will Tradition bewahren, der andere alles neu machen. Einer setzt auf Struktur, der nächste auf Spontanität. Statt diese Gegensätze auszukämpfen, können wir sie als Windströmungen verstehen. Wie die Silbermöwe beide Flügel nutzt, braucht die Gemeinde beide Bewegungen - und oft entsteht gerade in ihrer Spannung eine unerwartete Dynamik.

Das ist geistliches Segeln: Nicht passive Konfliktvermeidung, sondern wache Aufmerksamkeit für Gottes Wege.

Wie entwickeln wir diese "Segelkunst" im Alltag?

Drei Schritte helfen uns:

  1. Beobachten statt Reagieren - wie die Möwe die Strömungen erspüren

  2. Gottes Rhythmus beachten - nicht jede Böe ist der richtige Moment

  3. Mit der Bewegung gehen - im Loslassen liegt die größte Kraft.

Die Silbermöwe lehrt uns: Wer nicht verbissen um jedes Ziel kämpft, sondern geduldig den richtigen Moment abwartet, erreicht oft mühelos sein Ziel.

Jesus sagt:

Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

Matthäus 16,25

Das klingt paradox - wie die Idee, dass Loslassen mehr bewirkt als Kontrolle. Aber die Silbermöwe würde uns zustimmen.

Die Einladung steht: Segle mit dem Geist.

Nicht irgendwohin, sondern genau dorthin, wo Gott dich haben möchte.

Die Strömung ist da - nutze sie.

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Hab’ ein gesegnetes Wochenende
Jörg “Grüße von der Nordsee“ Peters