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🟱 Gott, ich hätte da mal eine Idee...

Zwischen Tatendrang und Gottvertrauen

Andacht

"Herr, ich hÀtte da mal eine Idee..."

So begann gestern mein Morgengebet. Ich möchte Menschen helfen, zur Ruhe zu kommen und Frieden zu finden - wie ich selbst. Meine Erfahrungen weitergeben, BewĂ€hrtes anwenden und dabei natĂŒrlich von Gott erzĂ€hlen.

Ein guter Plan, oder?

Doch dann stocke ich. Suche ich wirklich Gottes FĂŒhrung, oder möchte ich mir nur sein "Okay" fĂŒr meine eigenen PlĂ€ne abholen?

Diese Frage betrifft uns alle. Wir haben Ideen, WĂŒnsche, PlĂ€ne - und sie scheinen doch so gut zu sein! Aber wie wissen wir, ob sie tatsĂ€chlich von Gott kommen?

Basilius der Große gibt einen wertvollen Hinweis. Hier ist seine Regel Nr. 98:

“Du fragst mit Recht, wie du den Willen Gottes besser erkennen kannst. Manchen offenbart er sich eindeutig; andere erbitten sich seinen Willen auf ihrem Gebetsweg und wieder andere mĂŒssen oft schmerzhafte Lebenserfahrungen machen, um den rechten Weg fĂŒr sich selbst zu erkennen. Diejenigen, die bereits in einer tieferen Beziehung mit dem Schöpfer leben, berichten, dass sie nichts denken und tun, bevor sie nicht Kontakt mit ihm aufgenommen und BestĂ€tigung, Korrektur oder eine Absage erhalten haben. Sie lassen im Vorhinein ihre Gedanken, Worte und Werke von der Liebe Gottes durchstrahlen, um sie dann in ihrem rechten Tun widerzuspiegeln.”

Wenn ich auf mein Leben zurĂŒckschaue, dann gehöre ich eindeutig zur dritten Gruppe. Erfahrungen haben mich “schlau” gemacht. Viele Umwege gegangen und oft falsch abgebogen. Deshalb dauerte es lange, bis ich zu Jesus fand.

Aber jetzt lebe ich mit ihm. Sein Wille fĂŒr mein Leben ist mir wichtig.

Also, was tun? Am liebsten wĂŒrde ich meine neue Idee sofort umsetzen. Es brennt mir unter den NĂ€geln.

Basilius rĂ€t, nicht weiter ĂŒber meine Idee nachzudenken, nicht ins Detail zu gehen und vor allem nichts zu tun, bevor nicht zwei Dinge geschehen sind:

  1. Ich spreche mit Gott darĂŒber.

  2. Ich bekomme von ihm BestÀtigung, Korrektur oder eine Absage.

Hmm, das fÀllt mir schwer. Ich könnte mir einreden, dass ich bereits mit dem Herrn gesprochen habe. Den ersten Punkt abhaken. Doch stimmt das?

Tief drin weiß ich, dass ich ihm nur von meiner Idee erzĂ€hlt habe. Wie ein Kind, das seinem Vater begeistert von der tollen Sandburg erzĂ€hlt, die es am Strand bauen will. Und nicht bedenkt, dass der Bauplatz zwei Stunden spĂ€ter unter Wasser steht. Vielleicht schĂŒttelt Gott jetzt gerade milde lĂ€chelnd den Kopf ĂŒber mich.

Wer weiß?

Mit Sprechen ist ein Dialog, ein ErzÀhlen und Zuhören gemeint. Vielleicht hat Gott schon etwas geantwortet. Wenn dem so ist, habe ich es nicht gehört.

Oder wollte ich es nicht hören?

Punkt 2 ist glasklar (und knĂŒppelhart). Gott sagt entweder “Ja, mach das”, “Ja, aber ich habe ein paar Änderungen” oder “Nein”.

So einfach die Regel zu verstehen ist, so schwer kann es sein, sie zu akzeptieren. Oder geht es nur mir so?

Gottes FĂŒhrung im Leben beschĂ€ftigt mich sehr. Und ich bin noch nicht fertig mit diesem Thema.

(Das ist keine Drohung, es ist ein Versprechen.)

Mich interessiert deine Meinung. Wir sind auf dem Weg der Heiligung, wollen unserem Herrn Jesus Àhnlicher werden und unser Scherflein dazu beitragen, sein Reich zu verbreiten.

Was sind deine Gedanken und Erfahrungen zu seiner FĂŒhrung? Trau dich und schreib mir kurz (es öffnet sich ein kleines Formular)

Hab’ einen gesegneten Tag
Jörg “die Weide nebenan sieht manchmal viel grĂŒner aus“ Peters

1  Basilius der Große (330-379): Er war ein bedeutender Kirchenvater, Bischof von Caesarea und gilt als "Vater des ostkirchlichen Mönchslebens". Basilius verfasste eine einflussreiche Mönchsregel, die bis heute in der Orthodoxie gĂŒltig ist.