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đą Gute Menschen? Nein danke!
Von frommen WuÌnschen und unbequemen Entscheidungen
Andacht
"Bitte hilf mir, alles Dir unterzuordnen, meinen eigenen Willen zu erkennen und ihn zu verwerfen." Diesen Satz habe ich am Freitagmorgen in meinem Morgenjournal gebetet. Gottes Antwort kommt um 18:01 Uhr per Sprachnachricht.
Der Absender: ein Bruder aus der Gemeinde, den ich insgeheim als "herausfordernd" einstufe. Seine Wohnung ist abgebrannt. Er braucht Hilfe. Und einen Schlafplatz. Sofort.
Mein sorgfÀltig geplantes "geistliches" Wochenende löst sich in Rauch auf. Zwei bis drei Minuten ringe ich mir, dann gebe ich mir einen Ruck und gehe zu Janneke. An mein Gebet von diesem Morgen denke ich nicht mehr.
"NatĂŒrlich kann er hier schlafen!" Das waren nicht einmal zwei bis drei Sekunden! Ein bisschen habe ich mich geschĂ€mt. Manchmal liegt zwischen frommem Wunsch und echtem Glauben nur eine unbequeme Entscheidung.
Es ist erstaunlich, wie geschickt wir darin sind, unsere "Gutheit" zu verteidigen. Mein Wochenende war schlieĂlich mit "geistlichen" AktivitĂ€ten gefĂŒllt: Bibelstudium, Gebetszeit, Predigtvorbereitung. Ich wollte endlich das JesusJournal entwickeln, dass man auch die alten Geschichten findet.
Alles wichtige Dinge. Alles âguteâ Dinge.
Aber manchmal verstecken wir uns hinter unserer âGutheitâ, wenn Gott etwas ganz anderes von uns möchte: gelebte Liebe.
Autsch.
Wissen und Tun sind eben zweierlei - das macht auch die Bibel sehr deutlich:
Allerdings genĂŒgt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr mĂŒsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug!
Etwas anderes wurde mir noch klarer: Wie leicht wir âreligiöse AktivitĂ€tâ als Ersatz fĂŒr echten Gehorsam nutzen.
(âSind wir nicht alle ein bisschen PharisĂ€er?â)
Es ist bequemer, ĂŒber NĂ€chstenliebe zu schreiben, als sie zu leben. Leichter, das JesusJournal zu pflegen, als Jesus Ă€hnlicher zu werden.
Janneke brauchte keine drei Sekunden fĂŒr ihre Antwort. Nicht, weil sie "heiliger" ist als ich, sondern weil sie in diesem Moment einfach auf ihr Herz hörte, statt ihre To-do-Liste zu konsultieren. Ihren eigenen PlĂ€nen nachzuheulen.
Das ist es, was Jakobus meint: Echtes Christsein zeigt sich nicht in unseren frommen AktivitÀten, sondern in unserer Bereitschaft, Gottes Wort in die Tat umzusetzen - auch wenn es unbequem wird.
Vielleicht sogar gerade dann. Denn daran wachsen wir: an der Ăberwindung unseres alten Ichs in der konkreten Situation.
Und genau hier liegt der Knackpunkt: Dieser Kampf mit unserem alten Ich ist normal. Er ist sogar ein gutes Zeichen! Denn er zeigt, dass wir lebendig sind, dass der Heilige Geist in uns arbeitet.
Gib nicht auf in deinem Kampf!
Jeder von uns kennt ihn. Mit den PharisĂ€ern hat Jesus oft geschimpft. Doch der Unterschied zwischen ihnen und uns ist nicht unsere âGutheitâ, sondern die Bereitschaft, auf Gott zu hören und ihm zu gehorchen.
Ob wir Jesus tatsĂ€chlich an die erste Stelle in unserem Leben stellen, zeigt sich in diesen tausend âKleinigkeitenâ.
Es geht nicht darum, gut zu sein.
Es geht darum, gehorsam zu sein.
âGute Menschenâ kommen nicht in den Himmel - gehorsame SĂŒnder hingegen sehr wohl.
Habâ einen gesegneten Tag
Jörg âplant jetzt erstmal das nĂ€chste Wochendeâ Peters